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12.03.2020

Wie bekomme ich eine Umschulung?

Tipps und Tricks

Beruflich nochmal ganz von vorne beginnen? Keine leichte Entscheidung, besonders wenn man schon viele Arbeitsjahre auf dem Buckel hat. Manchmal führt aber kein Weg daran vorbei. Etwa wenn die Arbeit krank macht und der bisherige Beruf nicht mehr ausgeübt werden kann. Im Grunde genommen kann dies jeden von uns treffen. Eine unerwartet auftretende Erkrankung, ein plötzlicher Unfall oder psychische Probleme wie ein Burn-out können dich so aus der Bahn werfen, dass ein beruflicher Neuanfang zwingend ist. Auch ein durch neue Technologien stark verändertes Berufsbild, kann dazu führen, dass du dich nach Alternativen umsehen musst. Eine Umschulung ist dabei ein guter Weg, beruflich in einem anderen Berufsfeld wieder Fuß zu fassen und dir ein vollkommen neues Tätigkeitsfeld zu erschließen, in dem du langfristig wieder problemlos deine eigenen Brötchen verdienen kannst. Im besten Fall kannst du dabei auf finanzielle Unterstützung vom Staat zurückgreifen. Wir zeigen dir, wie du in einer solchen Situation zu einer Umschulung kommst und geben dir Antworten auf die wichtigsten Fragen zu diesem Thema.

Hier geht es zu unseren Umschulungen mit Handelskammer-Abschluss

In diesen Fällen kommt eine Umschulung in Frage

Nicht immer ist eine Umschulung der richtige Weg. Fehlen dir Kenntnisse für deinen aktuellen Job oder den nächsten Karriereschritt, kommst du mit einer gezielten Weiterbildung schon weiter. Eine Umschulung ist dann sinnvoll, wenn du einen komplett neuen Beruf erlernen möchtest oder aufgrund äußerer Umstände musst. Folgende Situationen können eine Umschulung erforderlich machen:

  • eine veränderte Lebenssituation
  • eine physische oder psychische Krankheit, die einen Berufswechsel erzwingt
  • dein bisheriger Beruf kann nicht mehr ausgeübt werden aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen
  • dein Beruf wird nicht mehr nachgefragt oder durch Automatisierung verdrängt
  • nach beruflicher Auszeit (durch Elternzeit etwa) bekommst du keine Anstellung mehr im bisherigen Job oder dein Berufsfeld hat sich so stark verändert, dass eine Umschulung notwendig wird
  • genauso gut können persönliche Gründe dazu führen – du eignest dich nicht für den gewählten Beruf oder möchtest beruflich einen neuen Weg einschlagen

Es können auch mehrere dieser Situationen zusammenkommen. Im letztgenannten Fall musst du allerdings damit rechnen, dass es schwierig wird, staatliche Hilfe für eine Umschulung gewährt zu bekommen.

So beantragst du eine Umschulung: die Voraussetzungen

  • Mindestalter von 18 Jahren
  • begonnene oder abgeschlossene Berufsausbildung
  • bestehende oder drohende Arbeitslosigkeit
  • gute Deutschkenntnisse (welche Niveaustufe verlangt wird, kann variieren)
  • Begründung für den Berufswechsel (z. B. Krankheit, drohender Jobverlust durch Automatisierung)
  • gute Jobaussichten für den neu angestrebten Beruf

Umschulung beim Arbeitsamt beantragen

In einem Gespräch mit deinem Sachbearbeiter bei der Arbeitsagentur kannst du dich informieren und Gründe für dein Vorhaben formulieren. Prüfe genau, welche der oben genannten Gründe für eine Umschulung auf dich zutreffen und die Chance auf eine Umschulung erhöhen können.

Wenn der Sacharbeiter dir für die Umschulung grundsätzlich grünes Licht gibt, solltest du einen schriftlichen Antrag auf Umschulung stellen. Wird der Umschulungsantrag offiziell bewilligt, bekommst du diese auch vom Staat finanziert – über einen Bildungsgutschein – und deiner Umschulung steht nichts mehr im Wege.

Ob du Anrecht auf eine bezahlte Umschulung hast, hängt von deiner Ausgangssituation ab. Einen Rechtsanspruch auf eine Umschulung gibt es leider nicht. Du hast also nie eine Garantie, es bleibt immer eine Einzelfallentscheidung deines Sachbearbeiters der Agentur für Arbeit.

Es kann also auch passieren, dass dein Umschulungsantrag abgelehnt wird. Wenn du auf deinen bisherigen Job keine Lust mehr hast, reicht das selten aus, um deinen Sachbearbeiter von einer staatlich finanzierten Umschulung zu überzeugen. Wenn du eine Umschulung wegen Krankheit benötigst, musst du zum Beispiel dafür sorgen, ärztliche Bescheinigungen vorzulegen. Generell solltest du also immer gute und triftige Gründe anführen. Dennoch gilt natürlich: Du kannst Widerspruch einlegen, wenn dein Antrag abgelehnt wird und prüfen, ob du deine gelieferten Argumente für die Umschulung noch ergänzen oder besser darlegen kannst.

Unter Umständen kommt für dich auch ein anderer Kostenträger für die finanzielle Förderung deiner Umschulung in Frage.

Kostenträger für eine Umschulung

Um für deinen Lebensunterhalt und die Umschulung selbst aufzukommen, kannst du eine Kostenübernahme beantragen. In erster Linie wendest du dich dafür zuerst an dein zuständiges Arbeitsamt. Wenn die Umschulung von der Agentur für Arbeit nicht bezahlt wird, lohnt es sich, Alternativen zu prüfen. Folgende Kostenträger können je nach Fall in Frage kommen

  • Arbeitsagentur bzw. Jobcenter
  • Rentenversicherung (bei Berufskrankheit)
  • Berufsgenossenschaft/Unfallversicherung (bei Arbeitsunfall, Wegeunfall oder Berufskrankheit)

Kostenübernahme bei einer Umschulung

Wenn einer der aufgelisteten Kostenträger deine Umschulung finanzieren kann, stellt sich immer noch die Frage, wie du deine Lebenshaltungskosten bestreiten kannst. Die gute Nachricht: Nicht nur die Umschulungskosten übernimmt der Kostenträger, sondern auch anfallendes Fahrgeld und Unterhalt. So kannst du dich ganz auf dein berufliches Vorankommen konzentrieren und musst dir über die Finanzierung deines Lebensunterhaltes keine Sorgen machen.

Dauer einer Umschulung

Bei einer Umschulung bereitest du dich auf eine ganz neue Tätigkeit vor. In den meisten Fällen dauern Umschulungen 2 Jahre lang. Sowohl abhängig von deinen Vorkenntnissen als auch von der zukünftigen Tätigkeit kann die Dauer auch geringer ausfallen. Eine Umschulung wird gewertet wie eine vollwertige Ausbildung, denn genau wie ein Auszubildender erlangt ein/e Umschüler/in bei einer Umschulung einen anerkannten Berufsabschluss. Besonders dann, wenn du keinen Berufsabschluss vorweisen kannst, ist die Investition in eine Umschulung und einen entsprechenden Abschluss ein nicht zu unterschätzender Faktor. Ein anerkannter Berufsabschluss zahlt sich auf dem Arbeitsmarkt für dich langfristig aus und sichert nachhaltig deine Beschäftigung.

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Und zum Schluss noch ein Extra-Tipp: Eine Umschulung lohnt sich für dich nicht nur auf dem Papier! Nach Bestehen der Abschlussprüfung belohnt der Staat alle Umschüler/innen mit bis zu 2.500 EUR Weiterbildungsprämie. Voraussetzung dafür ist, dass die Umschulung vom Jobcenter oder Arbeitsamt finanziell gefördert wurde.

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