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27.06.2019

Sabbatical: deine Auszeit vom Job

Büro-Alltag Tipps und Tricks

So setzt du eine berufliche Auszeit in die Tat um

Raus aus dem Alltagstrott, rein ins Abenteuer! So stellt man sich ein Sabbatical vor. Wer ein Sabbatical macht, geht ein Jahr lang auf Weltreise und kommt dann mit vielen neuen Erfahrungen wieder zurück an seinen alten Arbeitsplatz. Ganz so leicht ist es aber nicht. Damit der Ausstieg auf Zeit auch klappt, bedarf es ein wenig Planung, denn wie kannst du deinen Chef überhaupt von der Idee eines Sabbatjahres überzeugen und was willst du eigentlich mit der vielen freien Zeit anfangen?

Das Sabbatical: eine Auszeit vom Job

Erst einmal ganz von vorn. Was genau versteht man unter einem „Sabbatical“? Ein Sabbatical oder auch Sabbatjahr ist eine längere berufliche Auszeit, die dazu genutzt wird, persönliche Projekte unterschiedlichster Art zu verfolgen. Das Sabbatjahr muss dabei nicht immer ein Jahr dauern, sondern kann auch nur einige Monate lang gehen.

Manche kennen das Sabbatical auch als Gap Year, das besonders bei jüngeren Leuten bekannt ist. Dabei Zeiten zwischen zwei Ausbildungsabschnitten – etwa zwischen Abi und Studium oder zwischen Studiumsende und Jobstart – werden dann genutzt, um ein Auslandsjahr einzulegen, Praktika zu machen oder andere persönliche Ziele zu verfolgen.

Gründe für eine berufliche Auszeit

Der Wunsch, ein Sabbatjahr zu nehmen, kann zahlreiche und ganz individuelle Gründe haben. Einer der häufigsten Gründe ist der lang gehegte Traum, ausgiebig auf Reisen gehen zu können. Auch die persönliche Weiterentwicklung in Form einer Fortbildung steht für manche auf dem Plan. Eine Weiterbildung kann auch in anderen Ländern stattfinden, sodass sich Lernen und Reisen einfach kombinieren lassen, zum Beispiel mit einer Sprachreise.

Für einige Arbeitnehmer ist eine berufliche Auszeit aber auch ein Weg, um auf andere Gedanken zu kommen und Lebensziele außerhalb der beruflichen Ziele verfolgen zu können, für die sonst die Zeit fehlt. Hand aufs Herz: Trotz vieler Dinge, die wir schon immer einmal machen wollten, haben wir alle nach Feierabend oft nicht den Kopf frei und auch nicht mehr genügend Energie, all unsere Wünsche auch in die Tat umzusetzen.

Es muss also nicht immer gleich der Jakobsweg beschritten werden, sondern die Auszeit kann auch in den eigenen vier Wänden für die Kinderbetreuung genutzt werden, ganz ohne sich zwischen Beruf und Kind aufreiben zu müssen.

Auch der Wunsch nach einer beruflichen Veränderung, Stress oder Langeweile im Job
[siehe unseren Beitrag zum Thema Bore Out] können die Motivation für ein Sabbatical sein. Über einen längeren Zeitraum kann so wieder Energie für den Job oder eine berufliche Neuausrichtung getankt werden.

Was unternehmen? Ideen für ein Sabbatical

Dein Chef hat das Sabbatical abgesegnet und nun stehst du mit Flugtickets in der Hand am Flughafen und gehst auf große Weltreise? Nicht zwingend! Zwar nutzen viele, die eine Karrierepause einlegen, die Zeit für ausgedehnte Reisen in die entlegensten Winkel der Welt, aber ein Sabbatjahr kann für noch viel mehr genutzt werden:

  • Hobbys verfolgen
  • Neue Skills lernen, eine Sprache zum Beispiel
  • Weiterbildung oder Studium
  • Kindererziehung
  • Ehrenamtliches Engagement, Freiwilligenarbeit
  • Work & Travel
  • Aufbau einer selbstständigen Existenz
  • Persönliche Projekte, wie ein Hausbau oder einen Roman zu schreiben

Den Chef vom Sabbatical überzeugen – aber wie?

Einen arbeitsrechtlichen Anspruch auf ein Sabbatjahr gibt es leider nicht. Also musst du deinen Arbeitgeber überzeugen. Wenn du weißt, womit du dein Sabbatjahr füllen möchtest, wird es Zeit, deinen Chef ins Boot zu holen. Je nachdem, für welches Projekt du dich entscheidest, solltest du dir darüber im Klaren sein: Je mehr dein Arbeitgeber von deinen gewonnenen Erfahrungen und Kenntnissen im Sabbatjahr profitieren kann, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass du es genehmigt bekommst!

Wenn in deiner Firma noch niemand ein Sabbatical gemacht hat, wirst du es schwerer habe und brauchst eine gute Vorbereitung. Du musst damit rechnen, dass dein Chef nicht mit Begeisterung reagiert. Er oder sie kann befürchten, dass du nach dem Sabbatical nicht mehr zurückkommst und mit dir eine gute Kraft verloren geht.

Überlege dir vor dem Gespräch, welche Einwände dein Arbeitgeber vorbringen wird und zerstreue diese Zweifel. Wer soll dich vertreten? Für diese Frage hast du dir bereits eine gute Antwort zurechtgelegt. Zeige deinem Vorgesetzten, welche Vorteile das Sabbatjahr nicht nur für dich, sondern auch für das Unternehmen hat. Du gehst auf Reisen und lernst eine neue Sprache? Perfekt, dann kannst du künftig im Job mit interkultureller Kompetenz punkten und mit fremdsprachigen Kollegen oder Kunden kommunizieren.

Das liebe Geld: ein Sabbatjahr finanzieren

Damit du dich voll und ganz auf deine Auszeit konzentrieren kannst, geht nichts ohne einen klaren Plan, wie du dein Sabbatical finanzieren willst. Nichts wäre ärgerlicher, wenn dir während des Sabbaticals das Geld ausginge.

Es gibt mehrere Finanzierungsmodelle, die du individuell mit deinem Arbeitgeber klären kannst. Im Grunde musst du schon zwei, drei Jahre im Voraus damit anfangen und einkalkulieren, wie viele Kosten im Sabbatical auf dich zukommen, um ausreichend Geld zur Seite legen zu können:

  • Arbeitszeitkonto

    Überstunden, Bonuszahlungen und nicht genommene Urlaubstage wandern auf dieses Konto und finanzieren dir im Sabbatical deinen Unterhalt. Der Vorteil: Auch die Beiträge zur Renten-, Pflege- und Krankenversicherung werden weiter gezahlt, sodass du dir keine Gedanken über deine Krankenversicherung im Sabbatical machen musst.
  • Teilzeitmodell

    Für einen festgelegten Zeitraum lässt du dir, noch während du arbeitest, nur einen Teil deines Lohns auszahlen. Der Rest wird angespart und dir dann im Sabbatical von deinem Arbeitgeber ausgezahlt. Auch hier musst du dir keine Gedanken über deine Rentenbeiträge und Versicherungen machen, diese laufen wie gehabt weiter.
  • Unbezahlter Urlaub

    Dein Arbeitgeber stellt dich für dein Sabbatical frei. In diesem Fall müsstest du für eine mehrmonatige Auszeit genug Geld im Sparstrumpf haben, um dich selbst zu finanzieren und auch deine Sozialversicherungsbeiträge selbst tragen zu können.

Natürlich kannst du auch während des Sabbatjahres noch nebenbei Geld verdienen, zum Beispiel über Work & Travel. Ob das möglich ist, klärst du auch mit deinem Arbeitgeber. Denke bei allen Punkten daran, alle getroffenen Vereinbarungen mit deinem Arbeitgeber schriftlich festzuhalten!

Was würdest du dir als Projekt für ein Sabbatical vornehmen? Oder hast du schon einmal eins gemacht – und wie kam es bei deinem Arbeitgeber an?

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